Journal schreiben lernen: Alles, was du wissen musst

von | Juli 17, 2023 | Blog, Persönlichkeitsentwicklung | 6 Kommentare

Last Updated on 17. Juni 2026 by Claudia

Hast du schon mal ein Journal geführt, oder schwirrt dir der Begriff bisher nur im Kopf herum? In diesem Artikel zeige ich dir, warum sich Journaling lohnt und wie du ganz einfach damit anfängst.

Es gibt jede Menge verschiedene Journal-Arten, da ist garantiert auch eine für dich dabei. Außerdem bekommst du konkrete Tipps, wie du startest und was du besser vermeidest. Meine liebsten Fragen für den Alltag und für eine tiefere Reflexion findest du am Ende dieses Artikels.

 

Journaling kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie Tagebuch schreiben. Das geht in die richtige Richtung, trifft es aber nicht ganz.

Beim Journaling beschäftigst du dich gezielt mit dem, was dir wichtig ist. Du reflektierst dein Handeln und dein Sein. Deshalb ist Journaling auch ein wichtiges Werkzeug im Coaching und in der Therapie. 

Beim klassischen Tagebuchschreiben geht es meist um zeitlich geordnete Erlebnisse, Gedanken und Gefühle, frei und ohne feste Regeln aufgeschrieben. 

Journaling deckt mehr ab. Du schreibst über verschiedene Bereiche deines Lebens: deine Gedanken, deine Gefühle, deine Ziele und deine Träume. Meistens passiert das anhand von Fragen, Listen oder bestimmten Themen.

 

Journal mit Füller Stark nach Trennung

 

Warum Journal schreiben sinnvoll ist!

 

Es gibt viele gute Gründe, ein Journal zu schreiben. Hier kommen 7 Vorteile für dich:

 

# 1 Selbstreflexion und Selbstbewusstsein

 

Beim Schreiben reflektierst du deine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen. Dadurch lernst du dich selbst besser kennen, erkennst deine Stärken und verstehst dich selbst klarer. 

 

# 2 Emotionale Verarbeitung

 

Beim Aufschreiben lernst du, deine Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten. So verstehst du deine Gefühle besser, ordnest sie ein und gehst hilfreicher mit ihnen um. 

 

# 3 Stressabbau

 

Wenn du deine Gedanken und Sorgen aufschreibst, kannst du sie sprichwörtlich aus deinem Kopf entlassen. Das baut Stress ab und macht wieder Platz für die schönen Dinge im Leben. Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen willst, schau dir gerne meinen Artikel 10 effektive Wege, um mentalen Stress zu reduzieren an.

 

# 4 Klarheit und Fokus

 

Beim Beantworten von Fragen bekommst du Klarheit über deine Ziele und Prioritäten. Das hilft dir, Entscheidungen leichter zu treffen und dich auf das zu fokussieren, was dir wirklich wichtig ist. Nebenbei arbeitest du auch an den Werten weiter, nach denen du leben möchtest.

 

# 5 Persönliche Weiterbildung

 

Wenn du deine Erfahrungen und Fortschritte festhältst, kannst du deine eigene Weiterbildung beobachten und nachvollziehen. Wenn du noch mehr Übungen für dein persönliches Wachstum suchst, findest du 10 einfache Übungen aus der Positiven Psychologie hier passend dazu. 

 

# 6 Kreativität

 

Journaling fördert deine Kreativität, beim Schreiben selbst, aber auch beim Gestalten deines Journals.

 

# 7 Selbstfürsorge und Achtsamkeit

 

Während du schreibst, nimmst du deine Gefühle, Träume und Bedürfnisse bewusst wahr. So lernst du, dir Zeit für dich selbst zu nehmen, und merkst schneller, wenn sich etwas in deinem Leben verändern sollte.

 

Welche Arten von Journals gibt es?

 

Es gibt verschiedene Journal-Arten, die sich in Zweck, Inhalt und Format unterscheiden. Ein paar stelle ich dir kurz vor:

 

Persönliches Journal

 

Hier hältst du alles fest, was du möchtest: Gedanken, Emotionen, Ereignisse und Erfahrungen, die du reflektieren willst.  

persönliches Journal Stark nach Trennung

 

Dankbarkeitsjournal

 

Hier schreibst du auf, für welche Dinge oder Menschen du dankbar bist. Das stärkt deine Wertschätzung und deine positive Grundhaltung. 

 

 Achtsamkeitsjournal

 

Mit diesem Journal steigerst du deine Resilienz, indem du dir bestimmte Fragen stellst und achtsamer durch deinen Alltag gehst. Wenn dich das Thema mehr interessiert, schau dir gerne meinen Blogartikel „Was ist Resilienz und was sind die 7 Säulen der Resilienz“ an, dort findest du passende Übungen dazu. 

 

 Bullet Journal

 

Ein Bullet Journal ist eine flexible Methode, die Notizen, Aufgabenlisten, Kalender und andere Elemente kombiniert. Es hilft dir, dein Leben zu organisieren, Ziele zu setzen und Aufgaben zu verfolgen, und das mit sehr viel Kreativität, denn alles lässt sich mit Stickern und Buntstiften gestalten. 

 

Bullet Journal Stark nach Trennung

 

Reisejournal

 

Dieses Journal schreibst du während einer Reise, um all deine Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle festzuhalten. Daraus kann später sogar ein eigenes Buch entstehen.
Beispiele: Gegenwind: Mit dem Fahrrad zwischen Feuer und Eis von Jessica Zenner * oder
Where to Next: Ein Jahr alleine um die Welt! von Jil Füngeling *

 

 Lernjournal

 

Hier hältst du Lernprozesse und Erfahrungen fest. Du schreibst Notizen zu Lerninhalten, Gedanken, Erkenntnisse, aber auch zu Fragen und Rückschritten und kannst das jederzeit nachvollziehen und reflektieren.

 

Welche Fragen solltest du dir am Anfang stellen, um die richtige Art für dich zu finden?

 

Weil es so viele individuelle Journal-Arten gibt, hier 4 grundsätzliche Fragen für deinen Start:

 

 # 1 Handschriftlich oder digital?

 

Möchtest du in ein Buch oder Heft schreiben, oder lieber digital? Wenn du dich für digital entscheidest: Willst du ganz frei deine Gedanken aufschreiben? Das geht zum Beispiel mit Evernote, OneNote oder Google Notizen. Es gibt aber auch spezielle Journaling-Apps wie Reflectly, Daylio oder Day One, die dich gezielter durch deine Einträge führen. 

 

 # 2 Fertiges Journal benutzen oder freies Notizbuch?

 

Fertig gestaltete Journals sind besonders am Anfang eine gute Wahl, wenn du noch nicht genau weißt, welche Fragen du dir stellen möchtest oder was dir beim Schreiben wichtig ist.

Hier kann ich dir 2 verschiedene Journals empfehlen, die ich auch gerne nutze:
6-Minuten Tagebuch von UrBestSelf * oder
5-Minuten Achtsamkeitstagebuch von Lebenskompass *

Suchst du ein Journal oder Notizbuch, dass du ganz frei gestalten kannst, kann ich dir das empfehlen, da hier kleine Punkte zum besseren Schreiben vorgedruckt sind: Bullet Journal von Häfft *

 

 # 3 Nur schreiben oder auch kreativ gestalten?

 

Wenn du nur schreiben möchtest, reicht ein einfaches liniertes Notizbuch z.B. von Stationery Islang *, die es in verschiedenen fröhlichen Farben gibt oder ein Journal mit vorgedruckten Punkten zum besseren Schreiben. Wenn du gerne kreativ wirst, lohnt sich ein Bullet Journal mit Stickern. Da empfehle ich dir das Bullet Journal Notizbuch von Lebenskompass *. Hier sind bereits zusätzlich Sticker mit enthalten.

 

 # 4 Was für eine Art von Journal möchtest du schreiben?

 

Setz dich nicht unter Druck. Schau einfach, worauf du Lust hast, und schreib los!

 

Frau journalt am Tisch Stark nach Trennung

 

Tipps und Hinweise zum Schreiben eines Journals

 

Das Wichtigste gleich am Anfang: Lege einen schönen Platz und am besten eine bestimmte Zeit zum Schreiben fest. Journal schreiben lebt von Regelmäßigkeit, deshalb mach es dir so einfach wie möglich. Wenn du morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem Schlafen schreibst, leg dir Journal und Stift direkt parat. 

Ein paar Tipps, die dir den Einstieg leichter machen: 

  • Lass deine Gedanken frei fließen und schreib auf, was du wirklich denkst. Sei offen und ehrlich mit dir selbst, auch wenn es mal unangenehm wird. Dein Journal ist ein sicherer Raum für deine innersten Gedanken und Gefühle. 
  • Wenn dir Inspiration fehlt, nutze gezielte Fragen. Sie helfen dir, einen Fokus zu setzen und neue Blickwinkel zu entdecken. 
  • Nimm dir vor und nach dem Schreiben kurz Zeit, um zur Ruhe zu kommen, etwa durch Mediation oder ein paar bewusste Atemzüge. So findest du leichter Zugang zu deinen inneren Gedanken und Gefühlen. 
  • Probiere verschiedene Formate aus: klassisch mit Stift und Papier, digital, oder mit kreativen Elemente wie Zeichnungen oder Collagen. Finde heraus, was für dich am besten funktioniert. 
  • Nutze Listen, Mindmaps oder kleine Diagramme, um deine Ideen zu sortieren, Ziele zu visualisieren oder Zusammenhänge zu verstehen. Das bringt Abwechslung in dein Schreiben und regt neue Denkmuster an.
  • Sei geduldig und liebevoll mit dir selbst. Journaling ist ein Prozess. Es wird gute und schlechte Tage geben. Der Wert deines Journals liegt im Schreiben selbst, nicht in perfekten Einträgen.  

Bleib dran und gib nicht gleich auf, wenn sich das Schreiben am Anfang noch ungewohnt anfühlt. Das legt sich schnell. 

 

2 Journal mit Kaffee Stark nach Trennung

 

Welche Fragen kannst du dir stellen?

 

Du kannst dir grundsätzlich jede Frage stellen, die dir in den Kopf kommt. Hier ein paar meiner Lieblingsfragen:

Tägliche Fragen:

  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was ist meine positive Affirmation für diesen Tag?
    Wie du deine Affirmation findest, habe ich hier beschrieben.
  • Was ist heute mein Fokus, mein Ziel?
  • Welche positiven Momente habe ich heute erlebt?
  • Welche Erfolge habe ich heute gehabt?
  • Welche Gedanken oder Gefühle beschäftigen mich gerade?

Reflexionsfragen:

    • Was bedeutet Erfolg für mich?
    • Welche Stärken habe ich, und welche davon setze ich gerade ein?
    • Was raubt mir Energie, und was kann ich dagegen tun? Oft hilft hier, Grenzen zu setzen, auch wenn das am Anfang ungewohnt ist. 
    • Was bedeutet Selbstliebe für mich?
    • Was würde ich ändern, wenn es kein „aber“ gibt?
    • Wo sehe ich mich in 1 Jahr, in 3 Jahren, in 5 Jahren? Wenn du deine Ziele auch visuell festhalten willst, probier mal ein Vision Board aus. 

 

Was solltest du beim Journal schreiben vermeiden?

 

Vermeide es auf jeden Fall, dich selbst runterzumachen oder negativ zu beurteilen. Sei stattdessen liebevoll und mitfühlend mit dir selbst.

Übe dich also in Impathie. Der Begriff steht für Empathie, die du dir selbst gegenüber zeigt, also Mitgefühl für dich selbst statt nur für andere. Esther Nogler hat dies hier sehr gut beschrieben.  Sieh dein Journal als einen Ort des Wachstums und der Unterstützung.

Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern höchstens mit dir selbst vor 1 Monat oder 1 Jahr. Freue dich, dass du einzigartig bist.

Schreibe offen und ehrlich auf, was du möchtest, ohne dabei an andere Personen zu denken. Es ist allein dein Journal, und du bestimmst, was darin steht.

 

Häufige Fragen zum Journal schreiben

Wie oft sollte ich journaln?

Es gibt keine feste Regel, aber täglich 5 bis 10 Minuten reichen völlig aus, um die Vorteile zu spüren. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit. Lieber jeden Tag kurz schreiben als einmal pro Woche eine ganze Stunde. Wenn der Alltag mal keinen Platz für jeden Tag lässt, reichen auch drei feste Termine pro Woche.

 

Was, wenn mir nichts einfällt?

Das passiert jeder, die mit dem Journaling anfängt. Nimm dir dann einfach eine der Fragen aus diesem Artikel und schreib drauflos, ohne nachzudenken. Du musst nicht klug oder vollständig schreiben. Auch ein einziger Satz wie „Heute fällt mir nichts ein, außer dass ich müde bin“ ist ein gültiger Journal-Eintrag. Die leere Seite verschwindet meist nach den ersten Zeilen.

 

Bringt Journaling wirklich etwas, oder ist das nur ein Trend?

Schreiben über die eigenen Gedanken und Gefühle ist seit Jahrzehnten erforscht, unter anderem durch den Psychologen James Pennebaker. Studien zeigen, dass regelmäßiges Schreiben Stress nachweislich reduzieren kann und beim Verarbeiten belastender Erfahrungen hilft. Journaling ist also kein reiner Trend, sondern eine Methode mit echtem wissenschaftlichem Hintergrund.

 

Was mache ich, wenn ich nach einer Pause wieder einsteigen will?

Steig einfach wieder ein, ohne dich für die Pause zu rechtfertigen. Du musst nicht da weiterschreiben, wo du aufgehört hast, und du musst die Lücke nicht erklären. Ein neuer Eintrag beginnt immer im Jetzt. Schreib auf, wie es dir heute geht, das reicht als Einstieg völlig aus.

 

Fazit

 

Nutze die Vorteile von Selbstreflexion, emotionale Verarbeitung und Kreativitätsförderung, die das Schreiben eines Journals dir bietet. Auf welche Art du dabei schreibst, ist völlig egal, denn es muss nur dir alleine gefallen. Sei offen und ehrlich beim Schreiben, gleichzeitig achtsam und liebevoll mit dir selbst. Die Beantwortung deiner Fragen hilft dir dabei, dich immer weiterzuentwickeln und dir deiner Ziele und Wünsche bewusst zu sein.

Ich selbst schreibe im Moment ein Achtsamkeitsjournal, denn so kann ich dieses Thema jeden Tag noch besser beleuchten. Meine persönliche Meinung vom Journaling findest du in diesem Blogartikel.

Hast du Fragen zum Schreiben eines Journals? Dann melde dich gerne bei mir.

 

 

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Wer schreibt hier?

Portraitfoto Claudia Kielmann, Coach "Stark nach Trennung"

Ich bin Claudia, und als Trennungscoach unterstütze ich Frauen in Trennungssituationen. In meinen Blogbeiträgen findest du mein Wissen und meine Erfahrungen rund um die Themen "Trennung" und "Persönlichkeits-entwicklung".


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6 Kommentare

  1. Julia

    Liebe Claudia,

    als ich Dein Blogtitel las, war ich der Meinung, Du kannst mir nichts Neues erzählen. Jetzt weiß ich, dass ich NICHTS über Journaling wusste xD Es gibt so viele Facetten.

    Danke dass Du das Thema so klar für uns aufbereitet hast.
    Julia

    Antworten
    • Claudia

      Liebe Julia,
      vielen Dank für deinen wertschätzenden Kommentar. Ich freue mich, dass du etwas aus dem Blogartikel mitnehmen konntest.
      Alles Gute für dich
      Claudia

      Antworten
  2. Ursula Eggers

    Hallo Claudia,
    schon lange will ich mit dem Journaling anfangen, frage mich aber immer, welches Journal das Beste für mich ist. Jetzt weiß ich, was zu tun ist: einfach anfangen!
    Vielen Dank für den Artikel,
    Ursula

    Antworten
    • Claudia

      Liebe Ursula,
      genauso ist es – einfach anfangen. Alles andere wird sich finden. Ich freue mich, wenn dir der Blogartikel den letzten Stupser zum Anfangen gegeben hat.
      Alles Gute
      Claudia

      Antworten
  3. Sabine

    Liebe Claudia, auch ich höre immer wieder von Journaling und zerdenke, wo und wie anfangen. Deine Zeilen motivieren mich, einfach zu starten. Zu tun. Danke dir!

    Antworten
    • Claudia

      Liebe Sabine,
      manchmal ist es schwer einen Anfang zu machen. In diesem Momenten ist es gut, einfach anzufangen und nicht alles zu zerdenken. Deshalb freue ich mich sehr über deinen Kommentar und dass du einfach startest. Genau das war meine Intension – einfach machen. Viel Freude mit dem Journaln.
      Alles Gute für dich,
      Claudia

      Antworten

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