Eine Trennung ist immer ein großer Einschnitt in deinem Leben.

Die Phasen bei einer Trennung sind ähnlich wie beim Tod des/der Partner/in. Auch bei einer Trennung trauerst du, um verpasste Chancen, um deinen nicht mehr durchführbaren Lebensplan, um die frühere schöne Beziehung.

Mit einer Trennung ändert sich häufig alles: die Freunde, das Wohnen, das Umfeld und immer der Alltag und dies egal, ob mit oder ohne Kinder. Die Änderungen im Alltag sind häufig die, die dich immer wieder daran erinnern, dass eine Trennung stattgefunden hat. Neue Gewohnheiten müssen erst wieder aufgebaut werden. Deshalb ist das meist ein längerer Prozess.

 

Es gibt viele verschiedene Modelle für den Ablauf einer Trennung. Nach meinen Erfahrungen durchläufst du 7 verschiedene Phasen – egal ob du die Trennung ausgesprochen hast oder dein/e Partner/in.

Allerdings sind die Phasen bei jedem unterschiedlich lang und ausgeprägt. Manchmal merkst du eine Phase stärker, eine andere dafür fast gar nicht. Zusätzlich verlaufen die einzelnen Phasen nicht strikt hintereinander, sondern du kannst auch einen „Rückfall“ in die vorherige Phase bekommen.

Dies liegt an den unterschiedlichsten Gründen:

  • unseren unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Thema Trennung selbst
  • mit den Erlebnissen während der Partnerschaft
  • den Wohnverhältnissen, also ob es eine gemeinsame Wohnung/Haus gibt oder nicht
  • wer ggf. noch von der Trennung betroffen ist, z.B. Kinder oder Haustiere
  • den Gründen, die zu der Trennung geführt haben

Dazu kommt noch, dass Frauen und Männer unterschiedlich um das Vergangene trauern. Es wurde festgestellt, dass Frauen und Männer verschiedene Strategien zur Verarbeitung der Trennung haben.

Fakt ist aber, dass die Phasen der Verarbeitung einer Trennung an sich bei allen Menschen gleich sind. Schauen wir uns nun die einzelnen Phasen genauer an.

 

Dies ist ein Schaubild mit den 7 Phaen bei einer Trennung

Phase 1: Schock

Direkt nach dem Aussprechen der Trennung fällst du in einen Schockzustand. Du fühlst dich leer, taub, allein, hilflos, erschöpft und ängstlich. In dieser Phase spürst du kaum etwas: weder deine eigenen Emotionen, noch Hunger oder andere Bedürfnisse.

Ureigene Ängste kommen jetzt zum Vorschein, z.B. Verlust- oder Bindungsangst, und stürzen dich ggf. noch weiter in den Schockzustand.

In dieser Phase der Trennung erkennst du noch nicht die ganze Tragweite der neuen Situation und funktionierst nur.

 

Phase 2: Leugnen

In der zweiten Phase willst du die Trennung nicht wahrhaben und leugnest sie vor dir selbst. Du hoffst vielleicht auf ein klärendes Gespräch oder suchst nach Rechtfertigungen, warum der/die Partner/in die Trennung ausgesprochen hat.

Auch wenn du selbst die Trennung initiiert hast, fühlst du dich – genau wie dein/e Ex-Partner/in – kraftlos und erschöpft.

 

Phase 3: Wut

In dieser Phase überkommt dich die Wut und alles, was sich bis zu diesem Zeitpunkt bei dir im Innern angesammelt hat, bahnt sich nun einen Weg nach draußen.

Wenn sich zu der Wut auch noch Hass gesellt, könnten auch unüberlegte Handlungen eine Folge sein. Deshalb beherrsche dich, denn solche unüberlegten Handlungen fallen immer auf dich selbst zurück. In diesen Fällen wirst du dich nachher über dich selbst ärgern oder es wird dir sehr peinlich sein. Versuche lieber deine Wut anderweitig auszuleben, z.B. beim Sport oder bei Gesprächen mit lieben Freunden.

 

Phase 4: Gefühlschaos

In der vierten Phase spielen deine Gefühle Achterbahn mit dir. Du bist hin und her gerissen. An einem Tag denkst du, dass du die Trennung bereits gut verarbeitet hast, und im nächsten Moment bist du wieder ein Häufchen Elend. Dieses hin und her in den Gefühlen ist sehr anstrengend und dies nicht nur emotional, sondern auch körperlich.

Deshalb sei einfach geduldig mit dir und fühle alle Gefühle und Emotionen. Sie alle sind wichtig und wollen gesehen werden. Vielleicht hilft es dir, in dieser Phase ein Journal zu schreiben. Hier kannst du anhand von Fragen dich und deine Gefühlswelt reflektieren und kannst einen guten Schlussstrich unter diese Trennung ziehen.

 

Phase 5: Akzeptanz

 

Für eine vollständige Verarbeitung der Trennung ist die Akzeptanz dieser Trennung ein wichtiger Schlüssel. Erst wenn du die Trennung vollständig akzeptiert hast, kannst du in die nächste Phase übergehen. In dieser Phase akzeptierst du deine eigenen Fehler in der früheren Beziehung und lernst daraus.

Auch das Verzeihen des Verhaltens und der Fehler deines/r Partners/in ist in dieser Situation erleichternd, um danach eine neue, erfüllende Liebesbeziehung eingehen zu können.

Weitergehende Informationen zum Thema Akzeptanz kannst du in diesem Artikel nachlesen: Was bedeutet Akzeptanz in der Resilienz?  

 

Phase 6: Loslassen

 

Mit dem Loslassen der alten Partnerschaft kommt auch wieder deine alte Energie und Lebensfreude zurück. Dein Blick richtet sich wieder mehr in Richtung Zukunft. Dein Leben in der neuen Konstellation ist für dich Alltag geworden und wirkt nicht mehr fremd und schwer.

In dieser Phase überlegst du, was eigentlich deine Träume und Bedürfnisse sind. Auch kannst du dir nun wieder vorstellen, mit jemand anderem glücklich zu werden.

Hier macht es Sinn, eine sogenannte Bucket List anzufangen, auf der du alle Dinge festhältst, die du noch in deinem Leben machen möchtest.  

 

Phase 7: Selbstfindung

 

In dieser Phase stehst allein du im Mittelpunkt. Du baust dir ein neues Leben nach deinen Wünschen auf. Oftmals geht dies mit anderen Änderungen einher. Du bist nun bereit für eine neue, wundervolle Partnerschaft, die dich erfüllt und die auf Augenhöhe erfolgt.

Du selbst bist mit dir im Reinen und liebst dein neues Leben. Durch die Trennung kommst du gestärkter und resilienter aus dem Prozess heraus. Auch eine Weiterentwicklung deiner Persönlichkeit ist deutlich für dich und andere spürbar. Du bist bereit für ein neues, spannendes Leben.   

 

Fazit

Jede Phase hat ihren Sinn und hilft dir damit, deine Trauer über die Trennung zu verarbeiten. Nur wer alle Phasen durchlebt, geht frei und unbeschwert in die Zukunft. Ansonsten besteht die Gefahr, teilweise in der Vergangenheit festzustecken, in alten Verhaltensmustern hängen zu bleiben und damit alte Fehler zu wiederholen.  

Wenn du merkst, du kommst mit der Trennung nicht zurecht, hol dir professionelle Unterstützung. Damit nimmst du eine Abkürzung dieses manchmal langwierigen Prozesses, um schneller und einfacher einen Neuanfang machen zu können.

Um dich in deinem Trennungsprozess zu unterstützen, buche dir hier gerne einen Kennlerntermin bei mir.