Last Updated on 13. Dezember 2021 by Claudia

Jede von uns hat Emotionen, aber was genau sind Emotionen und wie können wir diese besser handhaben. Wie wäre denn eine Welt ohne unsere Emotionen? Wahrscheinlich würden wir eher wie Roboter funktionieren und uns sehr gleichen, denn große Gemütsausbrüche würden wir gar nicht kennen. Umso mehr sollten wir unsere Emotionen schätzen, auch wenn sie manchmal anstrengend sein können.

Was sind Emotionen?

Eine Emotion ist eine Gemütsbewegung, die durch eine Situation oder ein Ereignis ausgelöst wird. Ich versuche dies anhand von 2 Beispielen zu erklären.

Stell dir vor, du fährst mit einem Auto auf eine Kreuzung zu. Da nimmt dir ein anderes Auto die Vorfahrt. Du musst abrupt bremsen und ärgerst dich über den anderen Fahrer. Deine Emotion ist hier Wut.

Im 2. Beispiel sitzt du in der Kirche und deine Freundin heiratet ihren Traummann, ihren Seelenverwandten. Die ganze Zeremonie ist wunderschön und ergreifend. Hier wird deine Emotion Freude sein und du wirst ein paar Glückstränen vergießen.

Bei beiden Beispielen empfindest du eine Emotion: einmal Wut und das andere Mal Freude. Aber jeder von uns fühlt aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen etwas anders. Beim ersten Beispiel ist eine andere Fahrerin vielleicht sehr froh, dass nichts passiert ist und empfindet eher Erleichterung in dieser Situation. Beim 2. Beispiel könnte es vielleicht sein, dass jemand anderes aufgrund seiner kulturellen Herkunft auf keinen Fall Freudentränen weint, da dies in seiner Kultur nicht akzeptiert wird. Wieder ein anderer Mensch möchte eventuell nicht, dass jemand seine innere Gemütslage kennt, und versucht deshalb, wenige Emotionen zu zeigen.

Frau sitzt am Steuer eines Autos

Welche Emotionen gelten als Grundemotionen?

Der US-amerikanische Psychologe Paul Ekman hat alle Emotionen nach verschiedenen Faktoren untersucht und 7 Grundemotionen festgestellt. Diese Basisemotionen weisen alle Menschen auf, egal wo ihre Herkunft ist oder wie alt sie sind. Folgende 7 Grundgefühle hat Paul Ekman erkannt: Freude, Trauer/Traurigkeit, Überraschung, Wut/Ärger, Angst/Furcht, Ekel und Verachtung. Bei allen Emotionen sind entsprechende Mimik festgehalten worden, deren Ausprägung unterschiedlich sein kann. Aber ganz können diese Grundemotionen nicht versteckt werden, auch wenn sie nur für ganz kurze Zeit in Mikrobewegungen sichtbar sind.

Die 7 Grundemotionen von Paul Ekman werden hier anhand von Frauen gezeigt

Solltest du deine Emotionen unterdrücken?

Vor Jahren ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass Emotionen nicht zu kontrollieren sind. Inzwischen wissen wir, dass dies doch bis zu einem gewissen Grad möglich ist. Bei der Emotionsregulation werden die Bereiche des Gehirns trainiert, die für dafür ausschlaggebend sind. Dies bedeutet aber nicht, dass du deine Gemütsbewegung unterdrücken sollst, sondern im Gegenteil, du sollst deine Emotionen fühlen. Denn wenn wir sie nicht ausleben, kommen sie mit einem Mal zum Vorschein. Beispiele dafür sind plötzliche Aggressionen, Wutausbrüche, Nervenzusammenbrüche oder auch Depressionen.

In unserer Kindheit haben wir häufig gelernt, dass starke Emotionen nicht gewollt sind und wir sie unterdrücken sollen. Hier ein Beispiel: ein Mädchen wurde immer wieder stark von ihrer Familie gehänselt, wenn sie etwas Emotionales erlebte und anfing zu weinen, z.B. beim Anschauen von einem Film oder bei einer besonders schöne Begegnung. Ihr wurde also immer wieder suggeriert, dass es falsch ist, über etwas zu Tränen gerührt zu sein. Deshalb hat sie ihre Emotionen immer wieder unterdrückt und fühlte sich schuldig und minderwertig, wenn sie dann doch ab und zu einmal weinen musste.

Deshalb ist es wesentlich gesünder, Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern sie eher zu kontrollieren, wenn sie sehr stark sind. Denn dies bedeutet, sie zuzulassen, aber in Maßen.

Frau zeigt 8 verschieden Emotionen

Wie kannst du deine Emotionen besser handhaben?

Hinter den nächsten Punkten verstecken sich für dich Anregungen, um deine Emotionen zu steuern.

– Frage dich, welche Emotion du fühlst und weswegen du sie hast. Denn wenn du sie wahrnimmst, kannst du sie nicht unterdrücken, sondern gibst ihr einen Platz.

– Eine Emotion entsteht immer in dir und nie von außen. Deshalb bist du der Entscheider über deine Emotion. Wie bewertest du deine Situation, die dich bewegt?

– Was ging dir während dieser Situation duch den Kopf? Nimm dir Zeit, deine Gedanken zu der Emotion zu reflektieren.

– Überlege dir, ob du die Situation richtig einschätzt und du wirklich alle Fakten kennst. Vielleicht hast du Verständnis, warum jemand so gehandelt hat, wie er es getan hat.

– Lenke deine Gedanken auf etwas Positives. Danach fühlst du dich auf jeden Fall besser und kannst die unschöne Situation ggf. anders bewerten.

– Stoppe dein Gedankenkarussell rechtzeitig! Wie dies gelingt, kannst du hier nachlesen: Wie stoppe ich mein Gedankenkarussell?

– Mach Atemübungen, um deine Emotionen loszulassen und so die Emotion zu verringern. Dies kannst du einfach mit der sogenannten Bauchatmung machen. Hierbei atmest du tief in deinen Bauch ein. Mit dem Ausatmen lässt du gleichzeitig alle deine Emotionen los. Wiederhole dies so lange, bis du dich wieder beruhigt hast. 

Bewege dich, um frische neue Gedanken zu entwickeln und nicht an alten Emotionen hängen zu bleiben.

– Setz dich nicht unter Druck, sondern akzeptiere, dass du mit jeder Übung, deine Emotionen besser im Griff haben wirst.

Übe weiter, um deine Emotionen immer besser zu handhaben.

Zum Schluss ein Statement von mir: Lebe und liebe deine Emotionen, denn sie sind das, was uns als Mensch ausmacht und mit meinen Anregungen lernst du, wie du mit deinen Emotionen besser umgehen kannst. Je besser du das kannst, desto fundierter sind deine Entscheidungen und nicht von früheren Erfahrungen oder negativen Glaubenssätzen geleitet.