Last Updated on 14. Dezember 2022 by Claudia

Weißt du die richtige Antwort auf die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben“? Viele werden eine Antwort parat haben. Aber ist es wirklich immer die Antwort, die wir auch nach längerem Nachdenken geben würden?

Ich glaube, jeder von uns trägt seine Antwort im Herzen. Leider hören wir nicht immer auf unsere innere Stimme – vielleicht wollen wir sie auch nicht immer hören. Denn dann müssten wir uns eingestehen, dass wir im Moment falsch handeln.

Sehr häufig geben wir Dinge den Vorrang, die uns am Ende eines Lebens nicht viel bringen, und vernachlässigen Personen, die für uns wichtig sind und waren.

Genau über diese Frage hat Bronnie Ware ein Buch geschrieben, in dem sie die Antworten von Sterbenden dokumentiert hat.

Um dich mit dieser wichtigen Frage nicht alleine zu lassen, erhältst du von mir einige Reflexionsfragen, die dir helfen, deine Antwort auf die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ zu erhalten.

 

Sehr viele kennen sicherlich folgende Situation, die mir genauso passiert ist:

Ich habe in einer Bank gearbeitet und dort Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter geplant. Wir hatten ein großes Projekt, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Leider zog sich das Projekt immer wieder nach hinten. Meine Arbeit und damit auch meine Arbeitszeit verschob sich immer mehr auf die frühen Abende. Dies tat als Alleinerziehende schon sehr weh.

Ich wusste zwar, dass meine Kinder gut versorgt waren, aber ich hatte oftmals ein sehr schlechtes Gewissen. Ich war förrmlich hin und her gerissen. Endlich mal eine Arbeit, die mich gefordert und interessiert hat, aber auch gleichzeitig eine sehr wichtige Zeit im Leben meines Sohnes. 
Er hatte ein Stipendium erhalten, um ein Jahr in den USA zur Schule zu gehen und der Abreisetermin kam immer näher. Gleichzeitig wurde meine Arbeit auch immer mehr, da sich das gesamte Projekt nach hinten geschoben hatte.

Das Ende vom Lied war, dass ich wesentlich weniger Zeit mit meinem Sohn vor seiner Abreise hatte, als ich gehofft und geplant hatte. Diese „verlorene“ Zeit hat mir sehr weh getan. Gleichzeitig habe ich mir eingeredet, dass ich keine andere Möglichkeit gehabt habe.

Aber ist das wirklich so gewesen? Warum habe ich meinen Chefs damals nicht einfach gesagt, dass ich nach Hause fahre. Inzwischen weiß ich, ich hatte diese Wahl und habe sie nicht genutzt. Denn wir haben immer eine Wahl, in jeder Situation und in jeder Zeit. Maßgeblich ist nur, wie wir uns entscheiden. Meine Wahl war damals für die Arbeit und gegen die Zeit mit meinem Sohn. Ich habe damals nicht gesehen, dass ich in einem Hamsterrad gefangen war. 

Aus dieser Situation habe ich gelernt, dass mir die Beziehung zu meinen Kindern am wichtigsten ist.

 

Im Krankenhaus hält jemand die Hand einer alten Frau

Was Sterbende am meisten bereuen

Das Thema „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ hat die Australierin Bronnie Ware als private Pflegerin von Sterbenden sehr beschäftigt. Sie hat ihre Kundinnen und Kunden gefragt, was diese denn am meisten am Ende ihres Lebens bereuen. Es wurden vielfach die gleichen Aussagen getätigt. Darüber hat sie ein Buch geschrieben „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Dies waren ihre Antworten:

 

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

Gerade wir Frauen werden immer noch von der Gesellschaft „erzogen“, dass wir dir Fürsorge für die Kinder überwiegend alleine stemmen, gleichzeitig einen super Job machen und am besten uns auch noch sozial engagieren. Viele Menschen fragen sich spätestens in den 40/50-iger Jahren, ist dies eigentlich das Leben, was ich leben möchte? Oftmals werden Träume nach hinten geschoben oder der vermeintliche Druck der Gesellschaft / Familie ist zu groß, um jetzt bereits etwas zu verändern.

Genau dies habe ich auch aufgrund der Frage „Was ist wirklich wichtig?“ geändert. Ich bin aus dem Hamsterrad ausgestiegen und gehen jetzt meinem Herzensbusiness nach. Wie sieht es bei dir aus? Interessiert dich wie ich wurde, was ich bin? Dann lies gerne hier weiter.

 

„Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

Genau diese Aussage trifft auch auf mich zu. Ich wollte nicht mehr so viel arbeiten und die Zeit damit vergeuden. Denn keine Firma bricht zusammen, wenn ein/e Arbeitnehmer/in aus diesem Business aussteigt. Leider glauben wir das vorher nie und setzen viel Kraft und Mühe in unsere Arbeit.

Am Ende des Lebens zählt aber nicht, wie viel wir gearbeitet haben, sondern es zählt, wie glücklich wir unser Leben gestaltet haben. Wie viele Ereignisse und Erlebnisse mit unseren Liebsten genießen wir nicht vollständig, weil wir mit einem halben Herzen dabei sind.  

 

„Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

Machen wir immer das, was wir fühlen? Ich denke nicht. Oftmals hindern uns Emotionen wie Scham oder Angst, dass wir genau das tun, was uns unsere Intuition sagt. Dies gilt besonders dann, wenn wir uns in einer toxischen Beziehung befinden, ohne Selbstvertrauen und das Gefühl, dass uns jemand unterstützt. Hier unterdrücken wir unser Gefühl, um vermeintlich Kinder zu schützen oder die Familie zusammen zu halten.

Wir müssen lernen, wieder mehr unsere wahren Gefühle zu zeigen und auf unser Bauchgefühl zu hören.

 

„Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“

Freundschaften sind etwas Kostbares, aber sie brauchen Pflege, denn sonst verkümmern sie.

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit verlieren wir uns schnell mal aus den Augen. Dank unserer schnellen Transportmittel haben wir die Möglichkeit, überall hin zu reisen. Dies erleichtert auch, den Weggang in andere Teile der Welt. Aber genauso gut können wir mit den digitalen Medien auch Kontakt halten, ohne dass wir im gleichen Dorf wohnen. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, hätte meine Oma gesagt.  

Mit wem aus „älterer“ oder „neuerer“ Zeit möchtest du wieder Kontakt aufnehmen? Nimm es dir nicht nur vor, sondern schreibe gleich jetzt eine Mail oder einen Brief.

 

„Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Jeder hat eine andere Definition für „glücklich“. Wichtig allein ist es, dass du dich auf den Weg machst, glücklich zu sein.

Glücklich zu sein, hat viel damit zu tun, dass wir das machen, was uns wichtig ist. Deshalb nutze die obenstehenden Fragen, um dies zu klären und damit dann auch glücklicher zu sein.

Wir selbst haben es in der Hand glücklich zu sein. Worauf warten wir also noch?

 

Aufgeschlagenes Journal auf einem Holztisch von Claudia Kielmann

Wie weißt du, was dir am wichtigsten ist?

Eine gute Möglichkeit, dass du deine Antwort findest, liegt im ehrlichen Reflektieren von Fragen. Am sinnvollsten ist es, wenn du deine Antworten aufschreibst. Denn unser Gehirn kann so am besten alles verarbeiten.

Dies könnten z.B. folgende Fragen sein:

– Wofür lebe ich?

– Was ist mir wichtig?

– Welche Werte habe ich?

– Wer ist für mich wichtig im Leben?

– Wer bin ich überhaupt?

– Was will ich im Leben erreichen?

– Was will ich hinterlassen und an was soll man sich erinnern, wenn ich sterbe?

Sicher fallen dir beim Aufschreiben der Antworten noch weitergehende Fragen dazu ein. Wichtig ist, dass du ehrlich zu dir selbst bist. Und jetzt ist der richtige Zeitpunkt für deine Überlegung, denn nun hast du noch Zeit Änderungen in deinem Leben vorzunehmen.  

Hast du Spaß daran, dich jeden Tag ein bisschen zu reflektieren? Dann fang an, ein Journal zu schreiben. In der Regel brauchst du ca. 6 Minuten am Tag – vielleicht am Anfang etwas mehr. Was mir selbst das Journaln bringt, habe ich hier beschrieben.

 

Fazit

Das Leben ist zu kurz für irgendwann oder dafür, dass du nicht dein Leben so lebst, wie du es möchtest.

– Weißt du, was für dich wirklich wichtig ist?

– Welche deiner Fragen haben dir geholfen, etwas Wichtiges für dich zu erkennen?

– Was möchtest du ggf. ändern?

Ich freue mich sehr über deine Rückmeldung hier in den Kommentaren

 

Brauchst du Jemanden, mit dem du deine Gedanken sortieren kannst? Dann mach gerne unverbindlich einen Gesprächstermin mit mir aus.