Last Updated on 22. März 2022 by Claudia

Einer der wichtigsten Bausteine der Resilienz ist für mich die Verantwortung oder besser ausgedrückt die Eigenverantwortung. Allerdings gehört sie nicht offiziell zu den 7 Säulen der Resilienz. Warum dieses Thema trotzdem für mich so wichtig ist, erkläre ich in diesem Artikel.

 

Als erstes sollten wir klären, was denn Resilienz überhaupt ist. Es gibt hunderte von Definitionen. Natürlich könnte ich jetzt die nächste Definition schreiben, aber für mich ist die folgende von Ella Gabriele Amann am treffendsten:

 

Eine Resilienz ist das Immunsystem unserer Psyche oder unserer Seele, welches uns beim Umgang mit Stress, Belastungen und Krisen unterstützt.

 

Jede Veränderung oder jedes Ereignis kann Stress und damit auch eine Krise auslösen. Besonders große, einschneidende Dinge fordern uns sehr. Dies kann beispielsweise ein Autounfall oder eine Krankheit sein oder der Tod eines nahestehenden Menschen. Aber auch vermeintlich kleine Dinge, wie ein Beurteilungsgespräche im Job oder ein herausforderndes Gespräch mit dem Partner, können sich über längere Zeit in Krisen verwandeln. Je nachdem wie resilient du bist, kannst du diese Ereignisse jeweils ohne Probleme verarbeiten oder weißt frühzeitig, dass du dir Hilfe holst, um manche Dinge besser zu verarbeiten. Jede Person hat unterschiedliche Grenzen. Aber genau wie unser körperliches Immunsystem ist es wichtig, auch die Psyche zu trainieren, um dann gestärkt aus diesen Ereignissen hervorzugehen. Das Training besteht zum Beispiel in Änderungen von Glaubenssätzen oder neuen Gewohnheiten und Denkmustern. Lies hierzu auch gerne meinen Artikel „Ich bin nicht wertvoll“ – Warum dies nicht stimmt!

 

2 Teelichter brennen auf einem Tisch

Geh achtsam mit dir und anderen um!

Die oberste Priorität sollte für jeden Menschen sein, dass er achtsam mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen umgeht. Einfach geschrieben bedeutet es, dass du jeden einzelnen Augenblick in deinem Leben bewusst erlebst und auch gestaltest. Nutze deine Lebenszeit sinnvoll und behandle deine Umgebung genauso, wie du behandelt werden möchtest.

Dazu gehört auch, dass du deine automatischen Handlungen kritisch hinterfragst. Nimmst du dir Zeit, dein Essen bewusst zu genießen oder wie viele Dinge machst du noch nebenher? Dein Autopilot ist immer dann an, wenn du deine Handlung nicht zu 100% wahrnimmst. Dies passiert beim Autofahren genauso wie bei einem Gespräch mit deinem Nachbarn auf der Straße. Versuche bewusst, dich immer nur auf diese eine Sache zu konzentrieren, die du gerade machst.

Achtsamkeit ist natürlich noch viel mehr und sicherlich mal einen eigenen Blogartikel wert. Mir geht es hier besonders darum, dass du für dich aktiv entscheidest, verantwortungsbewusst mit deiner Lebenszeit umzugehen. Genieß jeden einzelnen Augenblick bewusst, denn er kommt nie wieder!

Für mich ist die Achtsamkeit ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und dadurch auch meiner Resilienz geworden. Inzwischen praktiziere ich täglich Übungen. Inzwischen habe ich sie so in meinen Alltag integriert, dass ich merke, wenn ich eventuell etwas ausgelassen habe. Die Übungen gehen von Meditationen über Dankbarkeitsübungen und Journal schreiben zu achtsamen Spaziergängen. Es gibt viele Möglichkeiten achtsam zu sein. Ich habe dir 7 hilfreiche Tipps zum Thema Achtsamkeit zusammengestellt. Hol dir gerne diese Unterlage, um sofort mit verschiedenen Übungen anzufangen.

 

Zitat von Laura Malina Seiler: Wir haben keinen Einfluss darauf, welches Leid uns in unserem Leben zustößt. Aber wir haben einen Einfluss darauf, wie lange wir wählen, an dem Leid im Nachhinein festzuhalten.

Komm aus deiner Opferrolle raus!

 

Jedem von uns ist schon mal etwas Schlimmes passiert – sicherlich auch dir. Auch das gehört zum Leben dazu. Es ist nur die Frage, wie du damit umgehst. Wie lange setzt du dich bildlich gesprochen in eine Zimmerecke und schmollst das Leben an. Je länger du in dieser Opferhaltung bist, desto länger dauert auch dein Leid. Denn in diesem Moment gibst du deine Macht über dein Leben in die Hände von Anderen ab und suchst nur die Schuld im Außen.

Bei jeder Begegnung mit dem Menschen, der dir etwas angetan hat, oder bei jedem Gedanken an die schwierige Situation, die dich quält, fühlst du dich wieder schlecht oder ärgerst dich. So bist du wieder in deinen alten Gefühlen gefangen.  

Dadurch fühlst du dich nicht nur hilflos, sondern versinkst förmlich in Hilflosigkeit. Somit hast du auch keine Kraft mehr, selbst zu wählen, wie es dir geht. Im Endeffekt ist es sehr schwierig, wieder auf die eigenen Füße zu kommen. Hier hilft nur, die Situation anzunehmen und die Verantwortung für dich selbst wieder zu übernehmen.  

Aber wie mache ich das praktisch? Akzeptiere das, was war und vergib denen, die dir weh getan haben bzw. vergib dir. Wenn du vergibst, heißt das nicht, dass es richtig war, was dir passiert ist oder dass du es gut findest. Sondern es bedeutet nur, dass du dich von deiner Vergangenheit befreist.

Manchmal ist es auch wichtig, sich ehrlich zu fragen, habe ich wirklich keine Schuld, z.B. wenn ich zur spät zu meiner Verabredung komme – klar, es war Stau, aber ich weiß eigentlich, dass dort immer um diese Zeit Stau ist – also hätte ich früher wegfahren sollen…

Deshalb ist es wichtig, mich selbst zu hinterfragen, hätte ich etwas anders machen können.

Dies soll nicht heißen, dass jemand selbst Schuld hat, wenn ihm etwas Schlimmes zugestoßen ist.  Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Dies gilt selbstverständlich besonders, wenn eine Gewalttat, Unfall oder schwierige Familienverhältnisse vorliegen.

Aber ist es auch immer so gemeint worden, wie ich etwas verstanden habe? Oder bin ich auf einem „Ohr“ vielleicht empfindlich und verstehe etwas anders als es eigentlich gemeint war. Hier möchte ich nur kurz auf das 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun (https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell) hinweisen.

 

Strand in Teneriffa: Gestalte dein Leben

Gestalte dein Leben!

 

Hier und heute beginnt dein Leben neu. Wähle immer für dich den aktiven Part und komm ins Handeln. Überlege dir, … 

    • Was ist dir wichtig?
    • Wovon träumst du?
    • Welche Bedürfnisse möchtest du erfüllt bekommen?
    • Was ist dein Ziel?
    • Wohin möchtest du im Leben gehen?

    Und dann gestalte jeden Augenblick so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Denn das Wichtigste im Leben von uns allen ist unsere Lebenszeit. Deshalb gehe sehr verantwortungsbewusst mit deiner Zeit um und übernimm damit die Verantwortung für dein Leben.

     

    Eine Frau fragt sich: Was ist die richtige Frage?

    Stell dir die richtige Frage!

    Du steckst gerade in einer bestimmten Situation und fühlst dich überfordert? Du weißt nicht genau, wie du weiter vorgehst? Dann gibt es eine kurze, aber sehr wirksame Frage, mit der du schnell klären kannst, was du jetzt wirklich möchtest:

    WILL ICH DAS?

    Diese Frage stellst du dir jeweils mit verschiedenen Betonungen. Jedes Mal wird ein anderes Wort betont.

     

    WILL ich das?
    Du hast bestimmt Wünsche und Träume, aber was machst du dafür, dass diese Wünsche auch in Erfüllung gehen? Wie viel liegt dir daran, dass diese Träume wahr werden? Wie wichtig ist dir die Erfüllung?
    Mit dieser Frage erkennst du, wie viel Kraft und Energie du in das Thema, was du gerade beleuchtest, stecken willst.

    Will ICH das?
    Möchtest du das wirklich oder machst du das nur, um andere Personen glücklich zu machen? Willst du für deine Handlung die volle Verantwortung übernehmen? Oder fühlst du dich mit der Frage unwohl? Achtest du in dieser Situation auf deine Bedürfnisse?

    Will ich DAS?
    Wenn du dir deine Situation anschaust, welche Konsequenzen hat welche Entscheidung? Mit welcher Verantwortung fühlst du dich wohl und bei welcher Entscheidung möchtest du nicht die Verantwortung übernehmen? Bei der Betrachtung schaue auch weiter in die Zukunft und nicht nur in die Gegenwart. Also, bei welcher Entscheidung verändert sich die Situation so, dass du langfristig die Verantwortung dafür übernehmen kannst und auch möchtest.

     

    Zitat von Molière: Wir sind nicht nur verantwortlich für das was wir tun, sondern auch für das was wir nicht tun.

    Jeder ist resilient!

    Resilienz hat jeder Mensch – die Frage ist nur, wie stabil und stark sie ist. Mit meinen Hinweisen kannst du deine Resilienz erhöhen, um dann Krisen und Schicksalsschläge besser zu überwinden. Besonders möchte ich dir die „richtige“ Frage ans Herz legen. Sie ist gut zu merken und hilft dir, anhand der verschiedenen Betonungen, die für dich richtige Ausrichtung in deinem Leben zu finden.