Last Updated on 22. März 2022 by Claudia

Dieses Zitat von Paulo Coelho ist ein ganz fantastischer Reminder für alle, die zum Beispiel sehr gerne helfen und sich dadurch gut und gebraucht fühlen, aber gleichzeitig oftmals über ihre Zeit- und Kraftreserven gehen.

Sehr häufig stecken Glaubenssätze dahinter. Ich wurde in meiner Kindheit immer sehr gelobt, wenn ich jemandem geholfen habe. Zum Beispiel, wenn ich nach dem Essen immer aufgestanden bin, um den Tisch abzuräumen. Oder wenn ich jemandem geholfen habe, etwas zu organisieren. Mir und sicher auch Paul Coelho geht es nicht um die kleinen Gefälligkeiten, sondern um die, die aufwendig und langwierig sind. Es geht auch nicht darum, jede Hilfe ganz abzulehnen, sondern es geht darum, immer genau zu schauen, passt das „ja“ zu meiner jetzigen Situation, zu meinem Terminkalender und zu meinem Tun und Denken.

Ich bin ehrenamtlich auch noch engagiert. Hier passierte es mir früher, dass ich gefragt wurde, bestimmte Dienste zu übernehmen oder langwierige Projekte zu übernehmen. Natürlich habe ich dies sehr oft damals gemacht, trotz meines Berufes und als Alleinerziehende.

Inzwischen kann ich bei einer Helferanfrage anders reagieren und klären, passt es wirklich ohne Stress in meinen und unseren Tagesplan oder nicht. Der erste Schritt war für mich, überhaupt mir einzugestehen, dass ich hier einen negativen Glaubenssatz habe, den ich für mich aufgelöst und geändert habe.

 

Bei jeder neuen Helferanfrage, zu der ich früher sofort „ja“ gesagt hätte, gehe ich inzwischen folgende Schritte durch:

  • Nicht gleich ja sagen, sondern diesen Impuls zum „ja“ unterdrücken
  • Ich überlege, wie viel müsste ich kurz- bis mittelfristig dafür aufwenden, um das Projekt oder Thema mit meinen Ansprüchen zu erledigen
  • Nun schaue ich mir an, was habe ich selbst im Moment auf meiner To-do-Liste. Was davon könnte ich schieben und was davon ist dringlich und wichtig
  • Danach wäge ich ab, ob ich – ohne mich extrem zu stressen – die Aufgabe machen kann oder nicht
  • Wenn ich zu dem Ergebnis komme, dass es mir zu viel wird, dann sage ich ab

Früher hatte ich oftmals ein sehr schlechtes Gewissen, wenn ich mal nicht helfen konnte. Dies habe ich abgelegt – ich darf auch „Nein“ sagen, um damit „Ja“ zu mir zu sagen!

Zusätzlich hat es mir geholfen, mehrmals in der Woche zu meditieren, um mehr im Hier und Jetzt zu sein. Außerdem nehme ich mir jeden Tag Zeit mit unserem Hund lange spazieren zu gehen. Dies tut uns beiden sehr gut.   

Dieses Zitat von Paulo Coelho hat mir damals sehr geholfen, überhaupt auf die Spur meines alten Glaubenssatzes zu kommen. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar.

Wie ist es bei dir? Kennst du auch diese Situation? Gefällt dir dieses Zitat und was denkst du darüber?