Last Updated on 14. Oktober 2021 by Claudia

Persönlichkeitstests gibt es wie Sand am Meer. Einige davon habe ich bereits gemacht und ich bin immer wieder erstaunt, dass ich mich in vielen Dingen wiedererkenne. Nicht anders erging es mir mit dem Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI). Und dies bin ich – ein Konsul:

Bild vom Konsul nach dem MBTI-Test

 

Die Beschreibung zum Konsul besagt: „Außerordentlich fürsorgliche, soziale und beliebte Menschen, die immer bestrebt sind, zu helfen.“ Diese Beschreibung liest sich fast schon negativ, denn sie ist zu gut, zu lieb, zu nett, oder? Gehen wir mal zusammen etwas mehr in die Tiefe und schauen hinter diese Buchstabenabkürzung „ESFJ-T“.

„E“ für Extrovertiertheit

Nach dem Test bin ich zu 75% extrovertiert und dieses Ergebnis hat mich im ersten Blick schon irritiert.

Ja, ich bin kontaktfreudig, meistens voller Tatendrang und ich habe keinerlei Schwierigkeiten auf Menschen zuzugehen und sie auf für mich wichtige Themen anzusprechen. Aber ich fühle mich in großen Gruppen nicht besonders wohl. Auch auf Stehpartys brauche ich eine Weile, bis ich mich akklimatisiert habe und mein Small Talk ist ganz sicher nicht perfekt. Aber mit Spontanität kenne ich mich sehr gut aus – manchmal zum Leidwesen meiner Kinder.
Interessanterweise war ich eine sehr stille Schülerin und habe mich in der Klasse nicht wohl gefühlt. Dann habe ich hart lernen müssen, dass ich ohne eine gute mündliche Note in der Schule nicht weiterkomme. Damals habe ich mir das Melden und etwas Sagen antrainiert. Auch habe ich mich gezwungen, immer und überall vor Gruppen zu sprechen, bis es für mich besser und später alltäglich wurde.
Menschen für etwas zu begeistern und sie in ihrer Entwicklung weiterzubringen, ist inzwischen wie ein Lebenselixier für mich. Ein ganz wichtiger Grund, warum ich so lange bereits als Coacherin und Trainerin gerne unterwegs bin.

„S“ für Sensitives Empfinden

Der nächste Bereich gibt an, in welcher Art ich die Welt sehe. Der Test sagt mir, dass ich die Welt zu 63% realistisch sehe.

Damit kann ich mich sehr gut identifizieren. Ich bin tatsächlich Realistin und schaue mir gerne das sogenannte „ZDF“ an – also Zahlen, Daten, Fakten. Zumindest im ersten Schritt. Dies gleiche ich aber immer mit meinem Bauchgefühl ab. Habe ich ein schlechtes Gefühl, ist es mir egal, was die Fakten sagen, dann siegt immer der Bauch über den Kopf.
Ein weiterer Punkt, der absolut auf mich zutrifft, ist, dass ich immer im Hier und Jetzt lebe. Aufgrund meiner Erfahrungen, die ich in meinem bisherigen Leben machen durfte, ist dies etwas, was ich auch stark lebe. Ich bin immer in der Gegenwart und gräme mich nicht (mehr), was in der Vergangenheit passiert ist. Mir ist es wichtig, jeden Tag meine Dankbarkeit und die schönen Dinge im Leben aufzuschreiben. Dies kannst du auch in meinem Artikel „Journaln: Meine persönliche Bilanz“ nachlesen.
Allerdings visualisiere ich gerne, wie ich meine Zukunft sehe. An diesem Punkt bin ich nicht der typische „S“-Typ. Meine ersten Erfahrungen mit einem Vision-Board waren überragend. Deshalb ist eine Visualisierung der Zukunft für mich jedes Jahr zu einem Muss geworden. Denn nur wenn ich weiß, was mein Ziel ist, kann ich auch dort ankommen.

„F“ für Fühlen

Zu 58% treffe ich eine Entscheidung aus dem Gefühl heraus und nicht nach rationalen und logischen Gesichtspunkten – so zumindest das Ergebnis meines Tests.

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich die Prozentzahl viel zu gering. Ich bin jemand, der sich immer für andere Menschen einsetzt und verantwortlich fühlt. Außerdem kann ich mich hervorragend in die Gefühle meines Gegenübers hineinversetzen. Niemanden möchte ich verletzen, aber im Gegenzug möchte ich auch nicht verletzt werden. All dies und gemäß meinen Hinweis im vorherigen Absatz, dass ich meine Entscheidungen eher aus dem Bauch heraus treffe, hätte ich mir persönlich einen wesentlich höheren Prozentsatz zugeschrieben.
Nach einem anderen Test, den Gallup/CliftenStrengh-Talente-Test, sind 3 meiner Hauptstärken: Einfühlungsvermögen, Verantwortungsgefühl und Entwicklung. Jeder dieser Stärken zahlt auf diesen Bereich des Myers-Briggs-Tests ein. Deshalb bin ich hier regelrecht etwas enttäuscht. Ich würde die Prozentzahl dann verstehen, wenn ich meine Talente bzw. Stärken nicht ausleben würde. Aber ich „lebe“ diese Stärken und bin ein Verfechter der Stärkenorientierung.

„J“ für Beurteiler (oder auf englisch Jugder)

Das Ergebnis des Tests schreibt mir zu 74% zu, dass ich schnelle Entscheidungen treffe und an diesen dann auch festhalte.

Wieder ein für mich zwiespältiges Ergebnis: tatsächlich bin ich Organisationstalent, treffe meine Entscheidungen durchaus schnell und strukturiere meinen Tages- und Wochenplan durch. Aber im Gegensatz zu der Beschreibung dieses Bereiches sind mir spontane Änderungen willkommen. Ich frage mich gerade, ob ich tatsächlich dieser Kontrollmensch bin, den ich nach dem J-Typ her sein soll. Nein, bin ich nicht. Aber ich gestehe, dass ich meine Struktur, gerade bei der Arbeit liebe. Denn so bin ich effektiver sowie schneller und kann meine Zeit noch besser nutzen.
Vielleicht bin ich deshalb nicht der Controller und der Plänefesthalter, weil ich in meiner Familie von Freigeistern umgeben bin, die feste Pläne und Kontrolle hassen wie die Pest – übrigens bereits als Kleinkinder. Dies ist eine These, der ich vielleicht mal nachgehen sollte.

„T“ für Temperament

Es gibt noch eine zusätzliche Ebene: die Identität. Hier ist die knappste Entscheidung meines Tests mit 51% für das „T“.

Danach bin ich eher vorsichtig beim Handeln, mache mich immer wieder Sorgen und neige zu Perfektionismus. Den Gegenpart bekommt ein durchsetzungsstarker Mensch, der eher entspannt und frei von Sorgen ist. Ich bin tatsächlich genau die Mischung aus beiden Formen. Oh ja, ich neige absolut zum Perfektionismus, aber ich lebe relativ entspannt in den Tag hinein. Manchmal allerdings kommen auch bei mir Sorgen oder Zweifel hoch. Dies wird dann gerade im Zusammenspiel mit meinem Perfektionismus durchaus explosiv. Aber zum Glück merke ich dies recht schnell und kann für mich anhand verschiedener Tools sofort gegensteuern.

 

Ein nach oben zeigender Pfeil symbolisiert die Stärke und ein nach unten zeigender Pfeil als Schwäche

Stärken und Schwächen des Konsuls

Nach dem MBTI ist die Loyalität eine der Hauptstärken von mir. Dies kann ich auch zu 100% bestätigen. Ich bin verlässlich und unterstütze gerne und viel Menschen. Auch stehe ich immer zu meinem Wort und bin ehrlich. Vielleicht bin ich auch manchen Personen zu ehrlich.

Dies ist auch gleichzeitig einer meiner Schwächen: die zu große Selbstlosigkeit. Hier muss ich tatsächlich immer noch auf mich und meine Bedürfnisse aufpassen.

Während meiner Zeit im Angestelltenverhältnis war der nächste Punkt mit das wichtigste für meine Chefs: starkes Pflichtbewusstsein. Egal ob ich hinter der Aufgabe stand oder nicht, ich habe immer sehr gute Leistungen abgeliefert. Genau dies war nachher mein Problem. Mit vielen Entscheidungen und Aufgaben konnte ich mich nicht mehr identifizieren und habe sie trotzdem sorgfältig durchgeführt und erledigt. Dies hat mich dann aber schlecht schlafen lassen und oftmals verzweifelt. So wurde meine Stärke für mich zur seelischen Qual und mein Hauptpunkt für meinen Weggang.

Dem Konsul bescheinigt der Test eine hohe Warmherzigkeit und Sensibilität. Dies stimmt auch uneingeschränkt auf mich zu. Oftmals sieht mancher mir dies aber nicht an. Da ich trotz der Kontaktfreudigkeit ein eher zurückhaltender Mensch bin.

Meine praktische Veranlagung wird besonders bei Festen in meinem Ehrenamt oder in der schnellen Organisation von Sachen oder Ideen gerne in Anspruch genommen. Hierfür möchte ich aber auch gerne eine Bestätigung und Wertschätzung erhalten. Andererseits gebe ich Anderen auch diese Bestätigung und Wertschätzung gerne, da ich dies für mich selbst als einen wichtigen Wert erachte.

Meine Schlussfolgerung

Wie jeder Test gibt es auch hier Punkte, die auf mich als Konsul zutreffen, aber genauso Bereiche, die nicht richtig sind. Wichtig ist für mich eins, dass kein Mensch genau diesem Typen zugeordnet und damit in eine Schublade gesteckt werden kann. Jeder ist ein eigenes Individuum, geformt von Genen und der Umwelt. Aber ich mag diese Tests, denn ich lerne jedes Mal etwas über mich, über meine Denkweise und meine Art zu Handeln. Dies setzt aber voraus, dass ich das Ergebnis nicht einfach abnicke und als gegeben hinnehme, sondern mich damit beschäftige.

Bist du jetzt neugierig auf diesen Test geworden oder möchtest ihn nochmals machen? Egal, ob du ihn zum ersten Mal machst oder ein Wiederholungstäter bist, nutze den Link zum Myers-Briggs-Typenindikator-Test und lerne dich besser kennen.