Kennst du dieses Gefühl? Du liegst nachts wach und denkst: Was, wenn ich mein Kind verliere? Diese Angst trifft besonders Frauen hart, die bislang die Hauptbetreuung hatten. Und sie fühlt sich manchmal so real an, dass du kaum noch klar denken kannst.
Ich will dir gleich eins sagen: Diese Angst ist verständlich. Aber sie hat fast nie mit der Realität zu tun.
Rechtlich habt ihr als verheiratete Eltern in der Regel beide das gemeinsame Sorgerecht. Ausnahmen gibt es bei unverheirateten oder gleichgeschlechtlichen Paaren. Was dahintersteckt, ist meistens etwas anderes: die Sorge, dass dein Kind manipuliert wird und sich von dir abwendet.
Genau darum geht’s in diesem Artikel: eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der du aus der Angst rauskommst.
Manipulation nach der Trennung: 3 Formen erkennen
Bevor wir zu den Schritten kommen, kurz das hier: Manipulation kommt vor, aber viel seltener, als deine Angst dir gerade einredet. Drei Formen begegnen mir immer wieder:
Geschenke oder Geld. Wenn der Ex-Partner finanziell großzügiger ist und das gezielt einsetzt, um beim Kind zu punkten.
Andere Regeln. Keine Grenzen beim Handy, keine feste Tagesstruktur, das wirkt auf Kinder erstmal verlockend.
Falsche Aussagen. Sätze wie „Mama hat uns in die Trennung gezwungen“ oder „Papa ist krank, deshalb bist du bei mir besser aufgehoben“ säen Zweifel, wo keine hingehören.
Das kann ein Kind unter Druck setzen. Aber: Es passiert selten, dass sich ein Kind deswegen komplett von einem Elternteil abwendet. Kinder spüren echte Liebe, auch wenn sie kurzfristig beeindruckt sind von Geschenken oder lockeren Regeln.
Angst verstehen: Warum sie dich warnen will
Lass uns kurz draufschauen, was Angst überhaupt mit dir macht.
Angst ist erstmal keine Feindin. Sie will dich schützen, dich vor Gefahr warnen. Dein Körper schüttet Adrenalin aus, dein Herz schlägt schneller, du bist bereit zu handeln. Ohne dieses Warnsystem hätten wir Menschen nicht überlebt.
Das Problem: Manchmal schießt die Angst übers Ziel hinaus. Statt dich wachsam zu machen, lähmt sie dich. Du kennst bestimmt den Ausdruck „Fight, Flight or Freeze“, also Kampf, Flucht oder Erstarren. Genau da landen viele Frauen nach der Trennung: in der Erstarrung.
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, mit dieser Angst umzugehen, statt dich von ihr steuern zu lassen. Wie das geht, zeige ich dir jetzt.
Angst nach der Trennung: 4 Schritte, die helfen
Im Normalfall wirst du die Kinder nach einer Trennung von deinem Ex-Partner/deiner Ex-Partnerin nicht verlieren. Aber deine Angst ist da und oftmals steigern wir uns in eine Angst vor der Angst rein.
Deshalb gilt:
# 1 Prüfe deine Angst ehrlich
Schau dir deine Angst genau an: Ist diese Angst wirklich begründet? Warum bist du der Meinung, dass du die Kinder nach der Trennung verlieren wirst? Oft stecken hinter dieser Angst alte negative Glaubenssätze, schau sie dir ehrlich an.
# 2 Schau auf die echten Zahlen
In wie vielen Fällen passiert es wirklich, dass Kinder nicht mehr zu einem Elternteil können oder wollen? Mach dir klar: Der schlimmste Fall tritt nur extrem selten ein, denn deine Kinder lieben dich.
# 3 So wird deine Angst kleiner
Sag dir selbst: Meine Angst will nur mein Herz schützen. Mehr nicht. Du weißt inzwischen, dass der schlimmste Fall nur sehr selten eintritt. Deshalb umarme deine Angst gedanklich, gib ihr vielleicht sogar einen Namen und beruhige sie: Ich brauche dich gerade nicht. So wird sie kleiner.
Oder du wirst aktiv: Sprich mit jemandem, dem du vertraust. Wenn du deine Angst aussprichst und ihr gemeinsam einen Realitätscheck macht, wird sie automatisch kleiner.
# 4 Wiederholung
Sollte diese Angst wiederkommen, gehe die Schritte 1 – 3 nochmals durch.
Je häufiger du dies machst, desto weniger verfällst du in diese Angstspirale.
Merkst du, dass diese Angst immer stärker wird und keine Tipps funktionieren, kannst du dich gerne an mich wenden. Hier kannst du ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir buchen.
Zusatztipp: Atmen und Achtsamkeit gegen die Angst
Bei Angst ziehst du dich oft zusammen, machst dich klein. Und genau das signalisiert deinem Gehirn: Achtung, Gefahr. Ein Teufelskreis. Hier helfen Meditationen oder Atemübungen sehr.
Achtsamkeit gegen Angst: 7 einfache Tipps
Achtsamkeit. Dazu kannst du dir gleich hier meine 0€-Unterlage „Achtsamkeit to go: 7 hilfreiche Tipps“ herunterladen. Als Bonus bekommst du noch eine Morgen-Meditation dazu.
Mit diesen Möglichkeiten entspannst du dich, deine Körperhaltung wird wieder normal, und deine Angst hat keine Chance mehr.
Mit all diesen Tipps schaffst du es: Nicht deine Angst beherrscht dich, sondern du sie.
Wenn du erstmal nur reden willst, bevor du ins Tun kommst, dann lies hier, wie andere Mütter mit genau dieser Angst umgehen.



Hallo Claudia,
Was tun, wenn die Angst berechtigt war, alles zutrifft, was Du oben sehr treffend beschrieben hast und meine Angst das eine Kind erst recht noch zum manipulativen Ex-Partner „getrieben“ hat?
Hat man dann noch eine Chance das Kind zurück“zugewinnen“?
Wie schaffe ich es, dass andere Kind nicht auch noch zu verlieren, insbesondere weil sich die finanzielle Situation, aufgrund von Unterhaltsforderungen des Ex, noch mehr verschlechtert?
Da hilft es doch leider nicht, meine Angst in den Griff zu bekommen, oder?
Und ich befürchte, dass sowas, nenne ich es mal erfolgreiche Manipulation, doch relativ häufig vorkommt.
Liebe Wibke,
vielen lieben Dank für deinen sehr wertvollen Kommentar.
Das, was du beschreibst, kommt vor: Manipulation eines Elternteils nach der Trennung.
Meiner Meinung nach, hast du immer eine Chance, das Kind zurück“zugewinnen“. Einen Punkt hast du im Satz vorher bereits geschrieben, immer dann, wenn Angst zu mächtig ist, kann nicht mehr rational gedacht werden und man bekommt dann nicht das, was man eigentlich erreichen möchte. Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
Umso wichtiger ist es, dass man in diesem Moment raus aus der Angst geht und sich die Situation von einer anderen Stelle her ansieht, z.B. aus dem Blickwinkel des Kindes. Was ist für das Kind das Wichtigste? Bestimmt nicht das finanzielle, sondern eher echte Liebe.
Je besser du aus der Angst herauskommst, desto stärker ist dein Selbstwertgefühl, desto eher bist du echt und authentisch, umso mehr wirst du als die Person wahrgenommen, die du eigentlich (ohne Angst) bist. Und dies ist das, was für ein Kind bzw. für Menschen anziehend ist.
Ich hoffe, dass meine Antwort teilweise deine Fragen beantwortet. Ansonsten melde dich gerne in einem kostenlosen Kennenlerntermin bei mir.
Alles Liebe
Claudia